Ein Blick hinter die Kulissen
Warum gibt es mein-sendenhorst.de eigentlich?
Die kurze Antwort: Ich bin seit meiner Geburt in Sendenhorst zu Hause. Trotzdem gab es immer wieder Situationen, in denen ich selbst überlegen musste, wo man jetzt noch essen gehen kann oder welches Geschäft geöffnet hat.
Vielleicht kennst du das auch. Wenn mich samstags um 15 Uhr jemand fragte, wo man jetzt noch etwas essen kann, musste ich selbst überlegen. Hat Bedos eigentlich schon geöffnet? Und wenn ich als Einwohner schon überlegen muss, wie soll es dann jemandem gehen, der nur zu Besuch ist?
Hinzu kommt: Man vergisst einfach, dass es bestimmte Läden gibt. Und später fällt einem ein: Ach stimmt, natürlich gibt es das. Die Informationen sind da, aber sie sind nicht griffig.
Die längere Antwort steht hier. Sie ist keine technische Erklärung. Sie ist die Geschichte dahinter. Und ganz nebenbei ist mir beim Schreiben aufgefallen, dass sie wahrscheinlich besser erklärt, wie ich arbeite, als es jede "Über mich"-Seite könnte.
Welches Problem sollte gelöst werden?
Kurz bevor ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich mich gefragt: Was kann ich mit dem, was ich kann, für meine Heimatstadt eigentlich Sinnvolles beitragen?
Mir ist immer wieder aufgefallen, dass Besucher der Stadt oder Patienten des St. Josef Stifts nach Restaurants, Geschäften oder anderen Angeboten fragen. Die Betriebe existieren ja. Sie sind da. Aber sie sind online schwer zu finden, zwischen vielen Treffern verstreut oder mit veralteten Öffnungszeiten notiert.
Das war der Auslöser.
"Wenn ich das nicht weiß, wie soll es dann jemand wissen, der zu Besuch kommt?"
Nicht der Wunsch, eine Website zu bauen. Sondern der Wunsch, ein echtes Problem zu lösen.
Was soll das Portal eigentlich lösen?
Es ging nie darum, einfach eine weitere Website oder ein weiteres Branchenverzeichnis zu bauen. Entscheidend war, Informationen so zusammenzuführen, dass sie im Alltag wirklich helfen.
Jemand, der in Sendenhorst ankommt, als Besucher, Patient oder neuer Einwohner, soll nicht zehn Tabs offen haben müssen, um zu wissen, wo er essen, einkaufen oder einen Termin machen kann. Besucher finden schneller das passende Geschäft. Gleichzeitig werden Unternehmen sichtbarer, auch wenn sie selbst kaum Zeit für ihre Internetpräsenz haben. Informationen sind zentral verfügbar, statt über Dutzende Seiten verstreut.
Digitalisierung bedeutet für mich nicht, möglichst viel Technik einzusetzen. Sondern Probleme so zu lösen, dass sie im Alltag gar nicht mehr auffallen.
Woher kommen die Informationen?
Die Informationen, die auf dem Portal zu sehen sind, sind nicht von Hand zusammengetragen. Sie sind bereits vorhanden. Man muss sie nur an einer Stelle bündeln.
Der Knackpunkt ist: Jedes Unternehmen, das zum Beispiel bei Google Maps zu finden ist, hat eine eindeutige Kennung. Man kann sich das wie eine Kundennummer vorstellen. Über diese Nummer lassen sich Name, Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktdaten eindeutig dem richtigen Unternehmen zuordnen. Das Portal nutzt diese Informationen, ordnet sie dem richtigen Unternehmen zu und stellt sie übersichtlich an einem Ort dar.
Dazu kommen ein paar andere öffentliche Quellen. Der Apotheken-Notdienst, Gottesdienstzeiten oder Veranstaltungen, die von Vereinen und Organisatoren eingereicht werden können.
"Technisch ist das kein Hexenwerk. Aber die Idee, alles an einem Ort zu sammeln, macht den Unterschied."
Ein wichtiger Punkt nebenbei: Viele Unternehmen wissen gar nicht, dass sie schon bei Google eingetragen sind. Google legt solche Einträge manchmal automatisch an, oder sie entstehen, weil Kunden oder engagierte Bürger ein Unternehmen hinzufügen. Auch Änderungen wie neue Öffnungszeiten können von Nutzern vorgeschlagen werden. Google prüft das und übernimmt die Änderung.
Die Informationen werden von Unternehmen gepflegt oder von Nutzern ergänzt und aktualisiert. Das Portal übernimmt sie von der jeweils verfügbaren Quelle. Das kann das Unternehmen selbst sein, Google oder Informationen, die nach einer Prüfung durch Google übernommen wurden. Das Portal sammelt diese Daten nicht neu, sondern stellt sie übersichtlich an einem Ort dar.
Warum passiert das automatisch?
Wenn ich alle Daten selbst pflegen müsste, müsste ich regelmäßig prüfen, ob sich irgendwo etwas geändert hat. Das kostet Zeit und trotzdem entstehen schnell Fehler. Deshalb nutzt das Portal vorhandene Informationen dort, wo sie ohnehin gepflegt werden.
Dadurch müssen Informationen nicht ständig von Hand aktualisiert werden. Veranstaltungen können direkt eingereicht werden und Öffnungszeiten bleiben aktuell, weil sie aus der Quelle stammen. So reduziert sich der Pflegeaufwand erheblich und es bleibt mehr Zeit für die Dinge, die wirklich wichtig sind.
Es gibt natürlich auch Dinge, die bewusst von Hand ergänzt werden. Urlaubszeiten oder temporäre Schließungen von Arztpraxen zum Beispiel werden manuell eingetragen. Besucher sehen dann sofort einen Hinweis und gelangen direkt zur Vertretung. Dadurch müssen sie nicht erst vor einer geschlossenen Praxis stehen.
Der Fokus liegt immer auf dem Nutzen. Nicht auf der Technik.
Wie geht es weiter?
Ein Portal allein macht noch kein gutes Produkt. Die Menschen müssen auch erfahren, dass es existiert. Deshalb gibt es ein paar Ideen für die nächste Zeit, aber noch steht nichts fest. Denn ein gutes Produkt hilft nur, wenn die Menschen auch davon erfahren.
Ein gutes Portal hilft nur, wenn die Menschen auch wissen, dass es existiert. Deshalb möchte ich künftig kleine Flyer oder Infokarten entwickeln, die in Sendenhorster Unternehmen ausliegen können. Außerdem möchte ich prüfen, ob das Portal in die Willkommensmappe des St. Josef Stifts aufgenommen werden kann. Deshalb beziehen sich alle Entfernungsangaben im Portal bewusst auf das St. Josef Stift. Patienten können so auf einen Blick erkennen, welche Angebote sie bequem zu Fuß erreichen.
Schritt für Schritt kommen dann weitere Funktionen dazu. Ein gutes Produkt allein reicht nicht. Die Leute müssen auch wissen, dass es da ist.
Wenn dir das Portal schon einmal geholfen hat oder dir die Idee dahinter gefällt, erzähl gerne anderen davon. Vielleicht den Großeltern, Freunden, Nachbarn oder Kollegen.
Wenn jeder Besucher zwei bis drei weiteren Menschen davon erzählt, können wir gemeinsam dafür sorgen, dass sich in Sendenhorst künftig weniger Menschen fragen müssen: "Wo finde ich eigentlich gerade …?"
Ich glaube, gute Digitalisierung beginnt nicht mit der Auswahl eines Tools. Sie beginnt mit dem Verständnis eines Problems.
Technik muss nicht kompliziert sein. Sie muss den Alltag einfacher machen.
Genau deshalb gibt es dieses Portal.
So entstehen auch meine Kundenprojekte.
Jedes Projekt beginnt mit derselben Frage wie mein-sendenhorst.de: Welches Problem soll eigentlich gelöst werden?
Erst wenn das klar ist, entscheiden wir gemeinsam, ob dafür eine Automatisierung, KI oder eine individuelle Weblösung die richtige Antwort ist.
Geschrieben von Fabio Grieskamp · grieskamp.digital